„Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt und nicht das Produkt.“
Im Bereich Qualitätssicherung sind folgende Punkte der Erwähnung wert.
Qualitätssiegel
Auch nach Inkrafttreten der EU Richtlinie 178/2002 (Rückverfolgbarkeit)
sind Qualitätssiegel wie integriert Kontrollierter Anbau (IKA) oder
Qualitätszeichen des Landes Baden-Württemberg „Gesicherte
Qualität mit Herkunftsangabe“ von Bedeutung. Strenge Auflagen
bezüglich Saatgutverwendung, Düngung und strenge Anbaurichtlinien
sowie zusätzliche Kontrollen sorgen für Qualitätsanbau
schon auf dem Felde. Die Bildung von „Erfassungschargen“, die einer
gesonderten Kontrollanalytik in Bezug auf Schwermetalle,
Pestizidrückstände, Mycotoxine und PCB-Belastung unterworfen werden,
bringt zusätzliche Sicherheit. Weitere Informationen auch unter
www.was-liegt-naeher.de.
EU-Richtlinie 178/2002
(Download Richtlinie als pdf-Datei)
Seit 1. Januar 2005 müssen alle europäischen Lebens- und
Futtermittel rückverfolgbar sein. Daraus ergeben sich erhöhte
Anforderungen an alle Stufen der Braugetreidewirtschaft.
Vor dem Hintergrund der im Futtermittelsektor aufgetretenen Skandale
(BSE, Verfütterung von Tiermehl, Vorhandensein verbotener Nitrofen-Rückstände
im Öko-Futterweizen) erscheint der Ruf nach mehr Transparenz in
der Lebens- und Futtermittelkette nur folgerichtig.
Die europäische Lebensmittelbasisverordnung (EG) Nr. 178/2002
verpflichtet alle betroffene Unternehmungen innerhalb ihres Verantwortungsbereichs
Rückverfolgungssysteme zu implementieren.
Bei der Rückverfolgung des Massenschüttguts Getreide ergeben
sich Eigenheiten, die bei der Umsetzung solcher Systeme zu beachten
sind. Insbesondere ist dem Fließverhalten des Getreides Rechnung
zu tragen. In Abhängigkeit der Silogeometrie können sich
unterschiedliche Fließprofile ausbilden wie untenstehende Abbildung
zeigt.
Beim Massenfluss ist beim Abziehen des Schüttguts aus dem Silo der ganze
Siloinhalt in Bewegung. Massenfluss geht einher mit einer weitgehend
gleichmäßigen Geschwindigkeitsverteilung über dem Siloquerschnitt
einher. Massenfluss wird sich nur dann einstellen wenn die Trichterwände
ausreichend glatt bzw. steil sind.
Ist diese Bedingung nicht erfüllt, wird sich Kernfluss ausbilden. Bei
Kernfluss fließt das Schüttgut zunächst nur einer mehr oder
weniger trichterförmigen Fließzone, die sich von der Auslauföffnung
nach oben hin erstreckt. Das Schüttgut in den nicht fließenden
Randbereichen des Silos, die „toten Zonen“ genannt werden, wird
erst bei der vollständigen Entleerung des Silos ausgetragen.
Über die beim Entleeren von Silos stattfindenden Entmischungen gibt das
Kampffmeyer-Silo-Modell eindrucksvoll Auskunft.
Simuliert das Fließverhalten von Getreide unter Kern und Massenflussbedingungen:
das Kampffmeyer-Silo-Modell.
Kernflussbedingungen sind im Gegensatz zu Massenflussbedingungen ideal zum
Mischen individueller Getreidepartien geeignet.
Foto: Kampffmeyer
Eine ähnliche Darstellung bezüglich Entmischung liefert
untenstehende Graphik.
Entmischungsverhalten für verschiedene Entleerungsprinzipien nach Jochem,
K., Schwedes, J. und Vidal, J.L.
Jochem, K., Schwedes, J. und Vidal, J.-L.: Entmischung binärer
Schüttgutmischungen in einem Versuchssilo, Schüttgut 4 (1998),
S. 31-36
Während bei Massenflusssilos noch (wenn auch sehr ungenau) Zuordnungen der
ausgelagerten Mengen zu einzelnen Getreideschichten denkbar sind, ist dies bei
Kernflussbedingungen völlig unmöglich. Beim Auslaufen des Silos findet
eine weitgehende Homogenisierung der eingelagerten Mengen und Qualitäten
statt.
Vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass die überwiegende Anzahl der
Silozellen in der Getreidewirtschaft Kernflussverhalten haben, hat das
Rückverfolgungssystem dies zu berücksichtigen.
In diesem Zusammenhang hat sich bei KLING-MALZ die Umstellung von einem
kontinuierlichen auf einen diskontinuierlichen Silobetrieb als vorteilhaft
erwiesen. Silozellen werden bei KLING-MALZ bewusst und häufig leer
gefahren und die Leerstände werden erfasst werden. Nur durch diese
eindeutigen „Schnitte“ nimmt die Transparenz der innerbetrieblichen
Warenströme enorm zu.
Auch eine Vielzahl von kleineren Silozellen, die auch im Hinblick auf die
Trennung der erfassten Mengen nach Provenienz und Qualität sinnvoll ist,
wirkt sich positiv auf die Trennschärfe aus.
Die dabei anfallende Datenflut von Bewegungen aller Art (Umlagerungen,
Leermeldung, Aus- und Einlagerungen) werden nach Möglichkeit automatisch
und uhrzeitgenau mit Hilfe von PCs erfasst.
Nur so ist eine schnelle und wirklichkeitsgetreue Rückverfolgung
möglich. Eine Übersicht über alle Bewegungsvorgänge bei
KLING-MALZ lässt sich so schnell ermöglichen.
Zur Klärung von eventuell auftretenden Haftungsfragen werden bei KLING-MALZ
auf allen Stufen der Verarbeitung Muster gezogen und manipulationssicher
vakuumversiegelt.
Malz nach Maß
Um unsere Kundenansprüche noch besser gerecht zu werden, werden seit
jüngster Zeit auch mathematische Optimierungsverfahren eingesetzt, die eine
jederzeit optimale Zuordnung von produzierter Malzqualität zur nachgefragten
Malzqualität ermöglichen.
Eine große Anzahl von Silozellen auf der einen Seite ermöglicht die
Einlagerung von Malzchargen nach kundenspezifischen Wünschen.
In Anbetracht der großen Vielzahl von Kundenwünschen auf der einen
Seite und einer naturgemäß bedingten Streuung der Malzqualität
andererseits lassen den Einsatz von mathematischer Optimierungssoftware
wünschenswert erscheinen und Kundenanforderungen noch besser, schneller
und präziser erfüllen zu können.